R. Latteier Ingenieurbüro f. Schweisstechnik GmbH & Co. KG
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ARCHIV - Wissen 2020

Sammlung der Beiträge 2020

Mindestvorwärmtemperatur

Die Schweißeignung von Stählen wird, neben dem Erreichen der geforderten mechanischen Eigenschaften im Schweißnahtbereich, auch durch die Kaltrisssicherheit bestimmt. Kaltrisse sind Risse, die in Schweißverbindungen ferritischer Stähle unter Einwirkung von Wasserstoff und Spannungen bei Temperaturen unter 300 °C auftreten. Sie können auch zeitlich verzögert auftreten. Zu deren Vermeidung wird die Schweißverbindung vorgewärmt. Es verzögert die Abkühlung und reduziert den Wasserstoffgehalt.

 

Unter Zuhilfenahme der nachstehenden Formel wird die Mindestvorwärmtemperatur bestimmt:

TP=697 x CET + 160 x tanh (t/35) + 62 x HD0,35 + (53 x CET - 32) x Q  – 328
Formel C.8 der DIN EN 1011-2

CET = Kohlenstoffäquivalent [-]
t       = Blechdicke [mm]
HD   = Wasserstoffgehalt ml/100g Schweißgut
Q     = Wärmeeinbringung [kJ/mm]

 

Die ursprüngliche Formel wurde von Uwer und Höhne entwickelt. In der DIN EN 1011-2 ist diese mit leicht geänderten Faktoren wiedergegeben. Es ist zu beachten, dass sich durch diese Temperatur nur die Kaltrissanfälligkeit vermindern/verhindern lässt. Sie sollte bis zur Fertigstellung einer Schweißverbindung nicht unterschritten werden.

 

Kehlnahtschweißen weisen im allgemeinen niedrigere Vorwärmtemperaturen zur Vermeidung von Kaltrissen aus, was sicherlich auch mit dem geringeren Spannungszustand zu begründen ist. Es ist aber zu beachten, dass geringere Vorwärmtemperaturen zu kürzeren Abkühlzeiten (t8/5-Zeiten) und somit zu höheren Härtewerten führen. Bei einlagigen Kehlnähten ist eine Überschreitung der zulässigen Härtewerte sehr leicht möglich.

 

Das nachstehende Bild 1 zeigt die Einflussgrößen auf die Kaltrissneigung und die mechanischen Eigenschaften der Schweißverbindung.
Das Gefüge (Härte) wird von der chemischen Zusammensetzung des Grundwerkstoffes und den Schweißbedingungen abhängig.
Unter der Begrifflichkeit „Schweißbedingungen“ sind die Geometrie (Blechdicke, Schweißnahtform), Temperatur (Vorwärm-/Zwischenlagen), Schweißparameter (Spannung, Stromstärke, Schweißgeschwindigkeit) und Verfahren (Wärmeeinbringung) zusammengefasst.

Bild 1: Einflussgrößen auf die Verarbeitung von Baustählen

 

Bei Fragen können Sie sich jederzeit gerne melden.

Datierte und undatierte Normen

Was ist eine undatierte Norm?

 

Wird in einem Regelwerk/Norm -beispielsweise DIN EN ISO 9606-1- auf eine Norm verwiesen, ist diese in der aktuellen Fassung bzw. sogar die Nachfolgenorm der genannten Norm gültig.

So wurde bin der alten DIN EN 1090 (Fassung 2011) auf die DIN EN 287-1 verwiesen.

Im Jahre 2013 erschien die DIN EN ISO 9606-1 als Nachfolgenorm der DIN EN 287-1.

Dadurch, dass die Norm undatiert war, wurde automatisch die Nachfolgenorm gültig.

 

Was ist eine datierte Norm?


Bei einer datierten Norm -beispielsweise DIN EN ISO 9606-1:2013-12- wird nach der Normnummer auch noch die Jahreszahl bzw. sogar noch zusätzlich eine Monatszahl angegeben.

Dies bedeutet, dass ausschließlich diese Fassung der Norm gültig ist, auch wenn es bereits eine neuere Fassung dieser Norm gibt.